Coworking Spaces als Gemeinde- oder Stadtteilzentren 2.0?

Gerade in gesellschaftlich und wirtschaftlich turbulenten Zeiten sind viele Unternehmen darauf angewiesen, ihr Leistungs- und Serviceangebot zu erweitern um ihre Marktanteile zu sichern. Auch Coworking Spaces unterliegen diesen wirtschaftlichen  Prinzipien und sollten daher prüfen, in welche Richtung sie sich entwickeln wollen und können, um sich eine breitere wirtschaftliche Basis und bessere gesellschaftliche Position zu verschaffen.

Mittlerweile haben sich ja viele Coworking Spaces als Event-Location für Usergroup-Treffen, (Un-)Konferenzen, Meetups und sonstige Tagungen etabliert, was vor allem auch für Leben in den Räumen jenseits der alltäglichen Arbeit sorgt und so auch die Bindung der Coworker an ihren Space verstärken kann. Mit der Coworking Akademie kristiallisieren sich Weiterbildungsveranstaltungen aller Art, z.B. Seminare, Workshops und Skillsharing-Sessions, als weiteres mögliches Standbein heraus, begleitet von Beratungs- und Coaching-Angeboten, beispielsweise für Existenzgründer, Schulabgänger, Absolventen oder ältere (Ex-) Arbeitnehmer.

Ich habe noch die Szenen aus diversen amerikanischen Filmen im Kopf, wo sich  Bewohner einer Gemeinde oder eines Viertels in der Stadthalle zu politischen Diskussionen treffen, soziales Engagement organisieren und dergleichen mehr. Eine vergleichbare Funktion könnten auch Coworking Spaces für ihre Stadt oder den jeweiligen Stadtteil ausfüllen, indem Sie sich auch vermehrt um gesellschaftliche, kulturelle und politische Gruppen und Events bemühen. Die Bandbreite der Möglichkeiten ist hier recht groß, beispielsweise könnte man Lesungen von Autoren organisieren oder Vereinen und Initiativen Raum für Diskussionen und Arbeiten anbieten. Die Möglichkeiten von Fablabs und Räumen für handwerkliche Arbeiten werden ja bereits vereinzelt genutzt.

So könnten sich Coworking Spaces im Laufe der Zeit zu multifunktionalen Jedermanns-Räumen entwickeln, wo nicht nur gearbeitet, sondern auch gelernt, gelehrt, diskutiert, organisiert, beraten, gebastelt, konstruiert und in jeglicher Form kommuniziert und entwickelt wird. Selbstverständlich gibt es hierbei auch verschiedene Faktoren, die berücksichtigt werden müssen, z.B. die Größe des Coworking Spaces, die Art der Möblierung (fix oder variabel), die Öffnungszeiten werktags und am Wochenende, vorhandene Materialien für Moderation, Präsentation und noch vieles mehr.

Auf diesem Wege läßt sich auch eine bessere Differenzierung von offenen Coworking Spaces und Agenturen / Unternehmen durchführen, die einfach Freelancern unbesetzte Arbeitsplätze  anbieten.  Natürlich wachsen mit der zusätzlichen Nutzung für weitere Zwecke auch die Anforderungen an die Betreiber und unter Umständen auch  Arbeitsaufwand und Arbeitszeiten. Wo mehrere Betreiber vorhanden sind, ist dies normalerweise kein Problem, ansonsten sollten sie sich rechtzeitig um Unterstützung bemühen, um einen Burnout zu vermeiden und ausreichend Freizeit zu ermöglichen.

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Bloggt über Coworking unter www.coworkingszene.de
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